„Humor und Geduld sind zwei Kamele, die dich durch jede Wüste tragen!“
Es ist November – Urlaubszeit! Wir wollen Sonne, Abenteuer und Meer – also auf nach Marokko!
Jannis darf auch mit, wir laden ihn nach der Kita ein und düsen direkt nach Berlin. Abflug 19:15, weit nach 00:00 Ankunft im Hotel in Agadir! Kein Problem für Weltenbummler Feist!
Nach einer kurzen Nacht tingeln wir durch Agadir und es ist deutlich besser als erwartet – vor allem recht untouristisch! Ein großer Souk, toll angelegte Gärten und ein schöner Strand machen die Stadt attraktiv; wir fühlen uns gleich wohl.
Mittags finden wir uns an einer großen Moschee ein, beobachten das Freitagsgebet, trinken Kaffee und essen den ersten Couscous. Auf dem Markt kosten wir uns durch Datteln, Oliven und Leckereien – Jannis bekommt gleich die ersten Geschenke, Küsse und warmen Worte.
Nachdem wir nach zwei Stunden Rumprobieren auch den beschriebenen Kindersitz mitnehmen können, fahren wir mit unserem Mietauto Richtung Tafaroute. Angekommen bestellen wir uns erst einmal versehentlich eine große Portion gekochter Eingeweide und einen Tee. Nach dieser Erfahrung machen wir etwas weniger Aufregendes: Wir erwerben hübsche, gelbe Babouschen für Jannis.
Die Landschaft ist herrlich. Karge, wüstenähnliche Abschnitte werden durch Palmenhaine, kleine Oasen und Wadis unterbrochen. Besonders die Mansurschlucht gefällt uns – überall grünt und blüht es. Natürlich besuchen wir auch die berühmten „Farbigen Felsen“, eine Art Kunstinstallation und Treffpunkt zum Sonnenuntergang für Einheimische und Touristen.
Von da an geht es durch Dörfer, über kaputte Straßen, bergauf und bergab in Richtung Süden. Wir übernachten immer in herrlichen alten Kasbahs, mitten in Lehmdörfern und Palmengärten. Meistens kommen wir an und machen uns direkt auf die Entdeckungstour entlang der Wassergräben. Wir essen Datteln vom Baum, pflücken Granatäpfel und suchen Esel. Erstaunlich oft – und zur Freude von Jannis – werden sie hier noch als Arbeitstiere eingesetzt. Schmusen, füttern, reiten – Jannis ist im siebten Himmel und wir haben dadurch allerlei schöne Begegnungen.
Weiter geht es Richtung Wüste, immer noch auf der Suche nach Kamelen! Die Kleinstädte werden immer wilder, meistens ist nur die Hauptstraße asphaltiert. Je ärmer die Menschen, desto herzlicher unser Kontakt!
In Tammegroute besuchen wir die Töpferei für grüne Keramik. Unter schwersten Bedingungen wird das Geschirr gefertigt. Wir bekommen eine kleine Führung und suchen uns in dem kleinen Laden etwas Schönes aus. Auf dem Parkplatz findet vorher ein wildes Rangeln von „Guides“ um unsere Aufmerksamkeit (und unser Geld!) statt – wer uns bereits alles kennt, unser Nummernschild von unserem Hotel geschickt bekommen hat und uns ganz interessante Dinge zeigen will, ist wirklich erstaunlich! ?¬タᄄDanach müssen wir erst einmal einen Tee trinken gehen, Sanddünen erklimmen und Kamele streicheln!
Wir beschließen, wieder gen Norden zu fahren und besuchen dabei eine herrlich restaurierte Kasbah, wieder mitten in einer kleinen Oase. Abends schlafen wir ebenfalls in einer solchen Wohnburg und treffen Esel und Bauern bei der Arbeit auf den Feldern. In der angrenzenden Stadt Ouarzazate besichtigen wir eine alte Synagoge. Auf dem Weg ergibt sich der erste Kontakt zur marokkanischen Polizei – Ordnungswidrigkeit I. Grades kostet also 40 €. Wieder eine Erfahrung in Marokko!
Ait Ben Haddou ist das Lehmdorf schlechthin. Sehr gut erhalten, mit kleinen Ateliers, zieht es Touristen aus aller Welt an. Zum ersten Mal treffen wir auf eine chinesische Gruppe, die begeistert fotografiert – alles und natürlich auch Jannis!
Weiter geht es nach Marrakesch – denn das letzte Mal war es Liebe und Hass zugleich! Mit viel Ruhe fahren wir unser Auto in die Altstadt. Überall wollen uns junge Männer erklären, dass wir auf gar keinen Fall weiterfahren dürfen und sie den ultimativen Parkplatz für uns haben … ;)Jaja – das ist Marokko! Wir haben diesmal eine Unterkunft außerhalb der touristischen Medina und können uns dosiert am großen Platz erfreuen und danach wieder in unser schönes Riad gehen. 17 km laufen wir, am Ende kann sogar Jannis nicht mehr – Marrakesch schafft uns … Stimmen, Gerüche, Menschen, Verkehr … Doch so viele Esel wie hier haben wir auf der ganzen Tour nicht gesehen! Noch einmal besuchen wir unsere Lieblingsorte, bevor es am nächsten Morgen Richtung Atlantik geht…
In Essaouira (große Empfehlung!!!) lassen wir die Reise ausklingen. Im Gegensatz zu Marrakesch gibt es hier keine Autos und Motorräder in der Innenstadt und so kann Jannis das tun, was er derzeit am liebsten macht: rennen, toben, hüpfen! Wir genießen den herrlichen Strand, trinken Kaffee, schlendern und „souken“. Und auch für Kultur ist gesorgt – einer alten Synagoge statten wir einen Besuch ab.
Eine letzte Nacht mit einem Bummel über den Markt in Agadir liegt hinter uns, als wir den Flieger nach Deutschland besteigen – es hat alles gut geklappt, alle gesund und zufrieden!
Lediglich ist ein zweiter Verstoß I. Grades zu erwähnen – das Befahren der Busspur in Agadir kostete ebenfalls 40 €.
Marokko war – abgesehen von seinen sehr genauen Polizisten – wieder gut zu uns. So viele aufgeschlossene und warmherzige Menschen haben wir getroffen. Mit Eseln, Kamelen, Hunden, Ziegen, Schafen und unendlich vielen Katzen kam Jannis ebenfalls auf seine Kosten! 1700 km ist unser braver Dacia mit uns durchs Land gedüst, und Jannis hat wie immer alles mit Bravour gemeistert!