Witaj Polsko!
Es ist Sommer, endlich Zeit für eine Tour mit unserem Bus!
Unser Urlaub startet mit einem herrlich natürlichen Zeltplatz direkt hinter der polnischen Grenze. Wir stehen an einem kleinen Flusslauf am Wald – der perfekte Beginn unserer Reise. Jannis hat auch alles, was er braucht: einen Spielplatz, niederländische Kinder zum Toben und leckeres Abendbrot!
Weiter geht es dann nach Breslau. Wir tauschen Bus gegen Hotel und begeben uns auf die Suche nach den kleinen Berühmtheiten der Stadt. Jannis freut sich sehr über all die kleinen Zwerge, die in der ganzen Innenstadt verteilt sind. Als frühere Protestbewegung erhielten sie so viel Zuspruch, dass es mittlerweile ca. 1.000 von ihnen in Breslau gibt.
Wir stürzen uns also gleich ins Leben, sind überrascht über den internationalen Tourismus, essen „Pretzeln“, Pfannkuchen mit abgefahrenen Füllungen und natürlich Piroggen!
Am Sonntag fahren wir über ein märchenhaftes Schloss im Nirgendwo weiter nach Oświęcim.
Auf einer Wiese stehen wir auf einem sehr schönen Campingplatz unter Trompetenbäumen – fast etwas zu idyllisch für unser Programm hier. Wir besuchen die Lager Auschwitz und Birkenau, nehmen Anteil an der Verfolgung und Ermordung von mehr als 1,1 Millionen Menschen. Die schiere Größe des Außenlagers ist so negativ beeindruckend wie kein anderes Lager, das wir bisher gesehen haben.
Etwas benommen fahren wir weiter nach Krakau – definitiv ein Highlight unserer Polenreise. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln können wir direkt von unserem Campingplatz ins Zentrum fahren. Der Marktplatz ist umsäumt von Restaurants. Kutschen warten auf Kundschaft und riesige Schwärme von Tauben auf Futter.
Die wunderschöne Innenstadt mit herrlichen Häusern, der bekannten Marienkirche und den Tuchmacherhallen steht ebenso auf unserer Bucketlist wie das jüdische Viertel Kazimierz.
Hier erleben wir noch jüdisches Leben in der Remuh-Synagoge. Auf dem dazugehörigen Friedhof zerschlugen die Nazis Grabsteine bekannter Familien und Rabbiner, die nun in der Friedhofsmauer ein Mahnmal der Geschichte bilden. Heute ist Kazimierz ein pulsierendes Studentenviertel mit allerhand kleinen Geschäften für Kunsthandwerk, Streetfood und Biergärten.
Am Hauptplatz des Viertels essen wir Zapiekanki, ein üppig belegtes Baguette, welches seit den 70er-Jahren ein typisches schnelles Mittagsbrot für Arbeiter*innen in Polen darstellt.
Nach so viel Großstadt zieht es uns in die Natur.
Zuerst überbrücken wir den einzigen Regentag unserer Reise in einer Therme mit einer riesigen Wasserspiellandschaft und einem kuscheligen Außenbecken mit Bar im Wasser.
Auf der Wanderung am nächsten, sonnigen Morgen zeigt sich die Hohe Tatra ursprünglich. Schafsherden grasen und werden von Hütehunden bewacht, eine alte Holzkirche steht in einem nassen Grund und eine Bäuerin verkauft warmen, geräucherten Schafskäse. Die Wanderwege sind sehr gut besucht. Anscheinend wissen die Polen ihre Natur zu schätzen und strömen in Massen in ihr Wandergebiet.
Abends flanieren wir auf der Einkaufsstraße von Zakopane zwischen internationalem Tourismus auf der Suche nach einer Kneipe. Und wir haben Erfolg! Sehr gutes Essen und Polka lassen vor allem Jannis’ Herz höherschlagen. Es wird getanzt und geklatscht und es ist schwer ihn loszueisen.
Als Abschluss unserer Reise fahren wir an einen See südöstlich von Zakopane. Zwei alte Burgen können besichtigt werden und liegen idyllisch auf den Felsen oberhalb des Sees. Unser Bus steht auf einer großen, sehr schrägen Wiese oberhalb und wir entspannen noch einen Tag zwischen Baden, Eis und Spielen.
Um die Strecke heimwärts nochmals zu teilen, fahren wir nach Opole und besuchen ein hübsches Museumsdorf mit restaurierten Häusern aus ganz Polen.
Abends stehen wir auf einem Bauernhof mit allerlei Tieren – Pferden, Ziegen, Katzen, Hühnern, Hasen und Meerschweinchen. Wir dürfen uns frei bewegen und stehen nah an den Ställen. Jannis interessiert sich jedoch mehr für die Dreiräder, Roller und elektrischen Autos als für die Tiere. Wir speisen noch einmal großzügig bei Sonnenuntergang zu Abend und kuscheln uns in den Bus.
So schnell sind zehn Tage Urlaub vorbei! Polen war so abwechslungsreich und vielfältig, wir haben viel entdeckt und gelernt. Schöne, naturbelassene Zeltplätze haben uns viel Freiheitsgefühl vermittelt und Jannis war wieder rundum begeistert und glücklich! Alles in allem ein gelungener Urlaub in unserem Nachbarland!